Technische Colleg Nummer 24 in Jaroslawl, Russland

Kurzbeschreibung

Das Ziel der Deutsch-Russischen Bildungspartnerschaft ist es, Lücken im jeweiligen Bildungssystem des Partners zu schließen. Mit Hilfe des Mangold-Stipendiums haben die russischen Auszubildenden die Möglichkeiten, in deutschen Ausbildungsbetrieben Praktika zu absolvieren. Dabei arbeiten sie mit Auszubildenden aus Deutschland im Team zusammen.

Was war das Besondere an dem Projekt?

Durch das Stipendium haben die russischen Auszubildenden die Möglichkeit, in Deutschland ein Betriebspraktikum bei bekannten KfZ-Werkstätten und erfahrenen Ausbildungsbetrieben zu absolvieren. Während des Praktikums arbeiten die russischen Auszubildenden eng mit deutschen zusammen und lernen die hiesigen Arbeitsabläufe und -techniken kennen. Dabei sammeln die Auszubildenden wichtige Praxiserfahrungen, die besonders vor dem Hintergrund, dass die komplette Ausbildung in Russland nur in der Schule stattfindet, sehr wertvoll sind. Mit dem erworbenen Zertifikat können sie sich später in Russland bewerben.

Trotz der bestehenden Sprachbarrieren sind die Auszubildenden aus Russland in den Betriebsalltag integriert und arbeiten Hand in Hand mit den deutschen Auszubildenden, wobei beide Seiten ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen erweitern können.

Ergänzt wird das Fachpraktikum durch verschiedene Freizeitaktivitäten, bei denen die russischen Auszubildenden sowohl ihre deutschen Kollegen als auch die kulturellen und kulinarischen Besonderheiten des Gastlandes besser kennenzulernen.

Was hat das Projekt den Teilnehmenden gebracht?

Die Stipendiaten haben eine internationale Mobilitätserfahrung gemacht. Sie haben dabei nicht nur ihre beruflichen Qualifikationen erweitert, sondern auch interkulturelle Kompetenzen gewonnen und Freundschaften geschlossen, die über das Praktikum hinaus Bestand haben.

Was bringt Ihrer Einrichtung die Zusammenarbeit mit einem russischen bzw. deutschen Partner? Wir organisieren nicht nur Praktikumsplätze für russischen Auszubildende im Rahmen des Mangoldstipendiums. Mit der russischen Partnerschule in Jaroslawl führen wir seit mehreren Jahren auch berufliche Jugendaustausche in Russland und Deutschland durch.
Während einer Berufsausbildung in der Industrie ist es inzwischen Standard, Auszubildende für

mehrere Wochen für eine Lernerfahrung ins Ausland zu schicken. In der KfZ-Branche ist das eher unüblich. Durch die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit der russischen Berufsschule können beide Einrichtungen Austauschprojekte anbieten und dadurch die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für die Auszubildenden attraktiver machen.

Was muss getan werden, um den deutsch-russischen beruflichen Jugendaustausch auszubauen und mehr Einrichtungen der beruflichen Bildung für die Zusammenarbeit und Austauschprojekte mit Russland zu gewinnen?

Viele Berufsschulen schreckt sicherlich der hohe Organisationsaufwand ab. Die meisten kennen die komplizierten Anträge von Erasmus und wissen nicht, dass das Antragsverfahren bei der Stiftung DRJA deutlich besser und weniger zeitaufwändig ist. Das sollte bekannter gemacht werden. Eine große Herausforderung stellen auch die sprachlichen Hürden dar. Wir kommunizieren mit den russischen Partnern soweit möglich auf Englisch, oft aber auch mit Hilfe einer ehrenamtlich arbeitenden Dolmetscherin – die aber natürlich nicht jede Schule zur Hand hat.

Bei unserem letzten Besuch in Russland standen unseren Schülern häufig drei Studierende einer Dolmetscherschule zur Seite. Diese wurden von den Gastgebern finanziert bzw. sie konnten sich diese Leistung auf ihr Studium anrechnen lassen. Ein ähnliches (Finanzierungs-)Modell für Deutschland wäre ein großer Pluspunkt.

Interessierte Auszubildende können sich hierbei an folgende Lehrkräfte wenden:

Geller Karl, StD
Heinz Ewald, StR
Niegl Philipp, StR